Odvjetnik Andrej Bašović

Warum die meisten Menschen weniger Schadensersatz erhalten, als ihnen zusteht

Intro

Wenn Sie in einen Verkehrsunfall verwickelt waren, eine Arbeitsverletzung erlitten haben oder einen versicherten Schaden hatten, haben Sie sich wahrscheinlich gefragt: Erhalte ich wirklich den Schadensersatz, der mir zusteht?

In der Praxis erhalten viele Geschädigte in Kroatien deutlich weniger Schadensersatz, als sie tatsächlich verlangen könnten. Der Grund liegt nicht nur in mangelndem Wissen, sondern auch in der Art und Weise, wie Versicherungen Schadensfälle bearbeiten.

1. Annahme des ersten Angebots der Versicherung

Einer der häufigsten Fehler ist die vorschnelle Annahme des ersten Angebots der Versicherung.

Das erste Angebot ist selten das endgültige oder höchste mögliche. Versicherungen gehen oft davon aus, dass Geschädigte ihre Rechte nicht vollständig kennen und den Fall schnell abschließen möchten.

Wichtig zu wissen ist, dass Sie mit der Annahme eines Vergleichs in der Regel auf weitere Ansprüche aus demselben Schadensereignis verzichten.

2. Unzureichende Dokumentation

Die Höhe des Schadensersatzes hängt maßgeblich von den Beweisen ab. Wenn die Dokumentation unvollständig ist, kann die Versicherung die Schwere der Verletzung herunterspielen oder den Umfang des Schadens bestreiten.

Häufig fehlen folgende Unterlagen:

  • medizinische Unterlagen,
  • Krankmeldungen,
  • Nachweise über Einkommensverlust,
  • Belege für Behandlungs- und Fahrtkosten,
  • Fotos vom Schaden oder Unfallort,
  • Sachverständigengutachten.

3. Unkenntnis über Schadensarten

Viele Geschädigte fordern nur grundlegenden Ersatz und wissen nicht, dass sie Anspruch auf verschiedene Arten von Schadensersatz haben.

Im kroatischen Recht unterscheidet man:

  • materiellen Schaden – z. B. Behandlungskosten, Reparaturkosten oder Verdienstausfall,
  • immateriellen Schaden – z. B. Schmerzen, Angst, verminderte Lebensqualität oder seelische Belastung.

Gerade beim immateriellen Schaden verlieren viele Geschädigte einen erheblichen Teil der möglichen Entschädigung.

4. Unterschätzung langfristiger Folgen

Verletzungen können zunächst harmlos erscheinen, entwickeln sich jedoch oft zu langfristigen Problemen.

Dazu gehören chronische Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, psychische Folgen oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Wird ein Anspruch zu früh abgeschlossen, bevor alle Folgen bekannt sind, fällt die Entschädigung oft zu niedrig aus.

5. Fehlende rechtliche Unterstützung

Auch wenn die Beauftragung eines Anwalts nicht verpflichtend ist, kann rechtliche Unterstützung entscheidend sein.

Ein Anwalt für Schadensersatz kann:

  • den tatsächlichen Wert des Anspruchs einschätzen,
  • einen fundierten Anspruch vorbereiten,
  • mit der Versicherung verhandeln,
  • auf Fristen und Risiken hinweisen,
  • bei Bedarf ein Gerichtsverfahren einleiten.

6. Strategien der Versicherungen

Versicherungen nutzen verschiedene Strategien, um Auszahlungen zu reduzieren.

Dazu gehören:

  • Bestreiten der Haftung,
  • Herunterspielen der Verletzungen,
  • Anforderung zusätzlicher Unterlagen,
  • Verzögerung der Entscheidung,
  • Angebot schneller, aber niedriger Vergleiche.

Deshalb sollten Entscheidungen nicht ohne gründliche Prüfung getroffen werden.

7. Angst vor Gerichtsverfahren

Viele Geschädigte vermeiden den Gang vor Gericht aus Angst vor Dauer, Kosten und Unsicherheit.

Ein Gerichtsverfahren ist jedoch nicht immer notwendig, da viele Fälle außergerichtlich gelöst werden können.

Wenn das Angebot der Versicherung zu niedrig ist, kann ein Verfahren dennoch der richtige Weg zu einer fairen Entschädigung sein.

8. Verjährung von Ansprüchen

Fristen sind bei Schadensersatzansprüchen von großer Bedeutung.

In der Regel verjähren Ansprüche in Kroatien innerhalb von drei Jahren ab dem Zeitpunkt, an dem der Geschädigte Kenntnis vom Schaden und vom Schädiger erlangt.

Je nach Einzelfall gelten unterschiedliche Fristen, daher ist rechtzeitige rechtliche Beratung wichtig.

Wie Sie eine faire Entschädigung sichern

Um das Risiko einer zu niedrigen Entschädigung zu vermeiden, sollten Sie:

  • das erste Angebot nicht ungeprüft akzeptieren,
  • alle relevanten Unterlagen sammeln,
  • sämtliche Kosten und Folgen dokumentieren,
  • sich über alle Schadensarten informieren,
  • vor einem Vergleich rechtlichen Rat einholen.

Fazit

Die meisten Menschen erhalten weniger Schadensersatz, als ihnen zusteht, weil sie zu früh zustimmen, unvollständige Unterlagen vorlegen oder ihre Rechte nicht vollständig kennen.

Gute Vorbereitung, vollständige Beweise und rechtzeitige Beratung können den endgültigen Entschädigungsbetrag erheblich beeinflussen.

Haben Sie noch Fragen?

Ein Mitarbeiter unseres Büros wird sich schnellstmöglich bei Ihnen melden.

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