Odvjetnik Andrej Bašović

Arbeitsunfälle – Rechte der Arbeitnehmer, Verfahren und Schadenersatz (Umfassender Leitfaden)

Einführung

Ein Arbeitsunfall ist jede körperliche oder psychische Verletzung, die ein Arbeitnehmer während der Arbeit oder im Zusammenhang mit der Arbeit erleidet. Dieser umfassende Leitfaden erklärt Ihre Rechte, das Meldeverfahren sowie die Möglichkeiten der Schadenersatzforderung – mit besonderem Fokus auf den Schutz verletzter Arbeitnehmer.

Was gilt als Arbeitsunfall?

Nach kroatischem Recht gilt als Arbeitsunfall jede Verletzung oder Gesundheitsbeeinträchtigung, die ein Arbeitnehmer erleidet:

  • während der Ausübung seiner beruflichen Aufgaben oder Pflichten
  • auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause
  • aufgrund gefährlicher oder unsicherer Arbeitsbedingungen
  • wegen mangelnder Sicherheitsmaßnahmen des Arbeitgebers
  • als Folge langfristiger körperlicher Belastung (z. B. Überlastungs- oder RSI-Verletzungen)

Nach einem Arbeitsunfall kann der Arbeitnehmer nicht nur Anspruch auf Krankenstand auf Kosten der kroatischen Krankenversicherung (HZZO) haben, sondern auch auf Schadenersatz vom Arbeitgeber oder dessen Versicherung – einschließlich Verdienstausfall, Behandlungskosten, Schmerz und Leiden, Angst sowie Einschränkung der Lebensaktivitäten.

Was ist sofort nach einem Arbeitsunfall zu tun?

1. Suchen Sie ärztliche Hilfe

Gehen Sie sofort zum Arzt. Jede Verzögerung kann später die Anerkennung des Arbeitsunfalls erschweren. Teilen Sie dem Arzt klar mit, dass die Verletzung bei der Arbeit oder im Zusammenhang mit der Arbeit entstanden ist.

2. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber

Melden Sie den Unfall unverzüglich dem Arbeitgeber. Dieser hat die Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, Unterstützung zu bieten und den Unfall zu dokumentieren. Verweigert der Arbeitgeber die Anerkennung des Ereignisses als Arbeitsunfall, ist rechtliche Unterstützung dringend anzuraten.

3. Sichern Sie Beweise

Jedes Detail kann später entscheidend sein:

  • fotografieren Sie den Unfallort und Gefahrenstellen
  • notieren Sie Namen und Kontakte möglicher Zeugen
  • bewahren Sie Anweisungen, E-Mails, Nachrichten und sonstige Unterlagen auf
  • bewahren Sie alle medizinischen Unterlagen ab dem ersten Arztbesuch auf
4. Fordern Sie einen Eintrag ins Unfallbuch

Arbeitgeber müssen ein Betriebsunfallbuch führen. Der Unfall muss dort eingetragen werden. Eine Weigerung des Arbeitgebers kann Ihre Rechtsposition erheblich beeinträchtigen.

Anwaltskanzlei Andrej Bašović kann für Sie Dokumente einholen, mit dem Arbeitgeber kommunizieren und sicherstellen, dass der Unfall korrekt dokumentiert wird.

Rechte der Arbeitnehmer nach einem Arbeitsunfall

1. Anspruch auf Krankenstandsentschädigung

Wird der Unfall als Arbeitsunfall anerkannt, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Entschädigung im Krankenstand, in der Regel in Höhe von 100 % der Bemessungsgrundlage (HZZO). Sollte der Arbeitgeber versuchen, diesen Anspruch zu mindern, stehen rechtliche Mittel zur Verfügung.

2. Anspruch auf Schadenersatz

Der Arbeitgeber haftet häufig für den durch den Arbeitsunfall entstandenen Schaden – auch dann, wenn der Arbeitnehmer teilweise zum Unfall beigetragen hat. Arbeitgeberhaftung kann entstehen durch:

  • unsichere Arbeitsbedingungen
  • defekte Maschinen oder Arbeitsmittel
  • mangelnde Schutzausrüstung
  • unzureichende Sicherheitsunterweisungen
  • schlechte Organisation der Arbeit
3. Welche Schäden können ersetzt werden?

Materielle Schäden
  • Verdienstausfall (inkl. zukünftiger Verluste)
  • medizinische Kosten und Rehabilitationskosten
  • Transportkosten, Medikamentenkosten und Hilfsmittel
  • Kosten für Pflege und Unterstützung
Immaterielle Schäden
  • Körperliche Schmerzen
  • Psychische Leiden aufgrund eingeschränkter Lebensaktivitäten
  • Leiden aufgrund von Entstellung
  • Angst (primär und sekundär)

Immaterielle Schäden bilden besonders bei schweren Verletzungen einen großen Teil des Schadenersatzes.

Anwaltskanzlei Andrej Bašović erzielt häufig höhere Schadenersatzbeträge als jene, die Versicherer zunächst anbieten.

Verfahren zur Meldung und Geltendmachung von Schadenersatz

1. Pflichten des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber muss:

  • das Formular Unfallmeldung ausfüllen
  • die Meldung fristgerecht an die HZZO übermitteln
  • eine Untersuchung des Unfallortes ermöglichen
  • interne Unfallaufzeichnungen führen
  • Maßnahmen zur Vermeidung zukünftiger Unfälle treffen
2. Rolle der HZZO

Die HZZO führt das Anerkennungsverfahren des Arbeitsunfalls durch. Wird der Unfall nicht anerkannt, kann der Arbeitnehmer:

  • Einspruch einlegen
  • ein Verwaltungsverfahren anstrengen
  • zusätzliche Dokumente, Zeugenaussagen oder Gutachten vorlegen
3. Klage gegen Arbeitgeber und Versicherung

Bietet der Arbeitgeber oder dessen Versicherung eine unzureichende Entschädigung an, kann eine Klage eingereicht werden. Meist beinhaltet dies ein medizinisches Gutachten, die Feststellung der Haftung und die Berechnung des Schadens.

In der Regel zahlt die Versicherung des Arbeitgebers, nicht der Arbeitgeber persönlich.

Häufige Ursachen von Arbeitsunfällen

  • Stürze aus der Höhe oder Ausrutschen auf nassen/ungleichmäßigen Oberflächen
  • Unfälle mit Maschinen oder Werkzeugen
  • unsachgemäß gelagertes Material
  • fehlende persönliche Schutzausrüstung
  • Arbeiten mit gefährlichen Stoffen
  • Heben und Tragen schwerer Lasten, Wirbelsäulenverletzungen, Überlastung
  • Verkehrsunfälle mit Firmenfahrzeugen
  • langfristiger Stress, Burnout oder Mobbing

Jede dieser Kategorien unterliegt eigenen haftungsrechtlichen Standards.

Beispiele aus der Praxis

Ausrutschen auf nassem Boden

Ein Arbeitnehmer rutscht auf einem unmarkierten, nassen Boden aus. Der Arbeitgeber hätte Warnschilder anbringen und einen sicheren Arbeitsplatz gewährleisten müssen. In solchen Fällen ist die Haftung häufig klar.

Verletzungen durch Maschinen

Die Verletzung tritt aufgrund fehlender oder defekter Schutzeinrichtungen einer Maschine ein. Wurde der Arbeitnehmer nicht ausreichend unterwiesen oder geschützt, haftet der Arbeitgeber in der Regel.

Unfall mit Firmenfahrzeug

Ein Verkehrsunfall während dienstlicher Fahrten gilt meist als Arbeitsunfall – mit Anspruch auf Schadenersatz.

Psychische Belastungen

Schwerer Stress, Burnout oder Mobbing können ebenfalls erhebliche gesundheitliche Folgen haben und unter bestimmten Umständen als Arbeitsunfall gewertet werden.

Anwaltskanzlei Andrej Bašović prüft individuell, ob Ansprüche bestehen und welcher Schadenersatz realistisch ist.

Häufige Fehler nach einem Arbeitsunfall

  1. Der Unfall wird nicht sofort gemeldet
  2. Der Arbeitnehmer hält sich fälschlicherweise für allein verantwortlich
  3. Es werden keine Beweise gesichert
  4. Die erste Versicherungsangebot wird akzeptiert
  5. Kostenbelege werden nicht aufbewahrt
  6. Ein Anwalt wird zu spät eingeschaltet

Jeder dieser Fehler kann den Schadenersatz erheblich mindern.

Warum ein Anwalt entscheidend ist

Arbeitsunfälle betreffen mehrere Rechtsgebiete: Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht, Haftungsrecht, HZZO-Vorschriften und umfangreiche Rechtsprechung. Ohne anwaltliche Unterstützung ist es schwierig festzustellen:

  • ob der Unfall korrekt gemeldet wurde
  • ob die Voraussetzungen für die Anerkennung erfüllt sind
  • wie hoch der tatsächliche Schadenersatz ist
  • ob das Angebot der Versicherung zu niedrig ist
  • welche weiteren Rechtsmittel bestehen

Anwaltskanzlei Andrej Bašović vertritt regelmäßig Arbeitnehmer vom ersten Kontakt bis zur endgültigen Durchsetzung des Anspruchs.

Wie hoch kann der Schadenersatz sein?

Die Höhe der Entschädigung hängt ab von:

  • Schwere und Art der Verletzung
  • Dauer der Behandlung
  • permanenten Folgen oder Invalidität
  • Alter des Arbeitnehmers
  • entgangenem Einkommen
  • Grad der Arbeitgeberhaftung

Typische Entschädigungsspannen in Kroatien:

  • leichte Verletzungen: ca. 3.000 – 10.000 €
  • mittlere Verletzungen: ca. 10.000 – 35.000 €
  • schwere Verletzungen: ca. 35.000 – 100.000 € oder mehr
  • permanente Invalidität: möglicherweise deutlich höhere Beträge

Wann lohnt sich ein rechtliches Verfahren?

Ein Anspruch ist meist sinnvoll, wenn:

  • der Krankenstand mehrere Tage oder Wochen andauert
  • Brüche, Operationen oder schwere Verletzungen vorliegen
  • dauerhafte Folgen bestehen
  • Einkommensverluste auftreten
  • der Arbeitgeber Verantwortung ablehnt
  • die Versicherung ein zu niedriges Angebot macht

Kontakt – Wir schützen Ihre Rechte nach einem Arbeitsunfall

Ein Arbeitsunfall kann Ihre Gesundheit, Ihr Einkommen und Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Das kroatische Recht schützt Arbeitnehmer jedoch umfassend und ermöglicht eine faire Entschädigung.

Anwaltskanzlei Andrej Bašović bietet vollständige rechtliche Unterstützung:

  • Analyse des Falls und Einschätzung der möglichen Entschädigung
  • Hilfe bei der Meldung des Unfalls und Beschaffung aller Unterlagen
  • Kommunikation mit Arbeitgeber und Versicherung
  • Vertretung vor der HZZO
  • Einreichung und Führung von Schadenersatzklagen

Wenn Sie einen Arbeitsunfall erlitten haben oder glauben, Anspruch auf Entschädigung zu haben, kontaktieren Sie uns so schnell wie möglich – frühzeitige anwaltliche Unterstützung erhöht die Erfolgschancen erheblich.

Anwaltskanzlei Andrej Bašović
Rijeka, Kroatien
E-Mail: info@odvjetnikbasovic.hr
Webseite: odvjetnikbasovic.hr

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